Da wird (doch) der Hund in der Pfanne verrückt

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Mit dem Ausruf „Da wird (doch) der Hund in der Pfanne verrückt“, wird in der Regel ungläubiges Staunen, dem häufig auch noch eine Spur von Ärger beigemischt ist, ausgedrückt. Aber woher kommt diese Redensart, die das seltsam anmutende Bild eines Hundes in der Pfanne zum Bild hat? Die meisten Erklärungsversuche gehen auf eine Geschichte um den Schalk Till Eulenspiegel zurück, der im Jahre 1350 in Mölln verstorben ist.

Der Geschichte nach sollte Eulenspiegel im Auftrag eines Bauern Bier brauen. Wie es die Schalks in früherer Zeit taten und auch heute noch zu tun pflegen, hörte Eulenspiegel genau hin, was sein Dienstherr ihm auftrug. Dessen Anweisung lautete, dass der Hopfen als gut wie möglich zum Sieden gebracht werden sollte. Nun nannte der Bauer unglücklicherweise einen Hund sein eigen, der auf den Namen Hopf hörte. Wie die Sache ausging, kann sich der geneigte Leser jetzt bereits denken. Jüngerem Publikum ist die weitere Lektüre jedenfalls nicht anzuraten, denn die Beschreibung vom Ende des Tieres zeichnet sich nicht gerade durch empfindsame Zurückhaltung aus. So wird in den zu Beginn des 16. Jahrhunderts gesammelten Historien über die (Un)Taten des Till Eulenspiegel minutiös beschrieben, dass der armen Kreatur, nachdem sie ins siedende Wasser geworden ward, „Haut und Haar abging und das Fleisch überall von den Beinen fiel“. Die Rückkehr des Bauern zog übrigens die augenblickliche Beendigung der Anstellung Eulenspiegels nach sich. Der Ausruf: „Da wird der Hund in der Pfanne verrückt!“, soll sich demnach auf die wilden Zuckungen des Hundes beziehen, die dieser in seinem Schmerz vollführte. Die meisten Quellen scheinen sich auf diese Herkunft geeinigt zu haben.

Allerdings gibt es zwei weitere Erklärungsversuche, die hier kurz erwähnt werden sollen. So soll sie sich ursprünglich auf das Zucken eines Aals bezogen haben, der während des Bratvorgangs wie wild in der Pfanne umhersprang. Eine andere Quelle vermutet die Herkunft in der Stahlindustrie. Dort werden flüssiges Metall enthaltende Pfannen mit Hilfe eines Werkzeugs bewegt (verrückt), das als „Hunt“ bezeichnet wird. Dieser Erklärung nach gilt es als widersinnig, den Hunt mit der Pfanne zu verrücken, also genau das Gegenteil zu tun. Im Laufe der Zeit wurde das „t“ von „Hunt“ in ein „d“ verwandelt. Wer schon einmal „Stille Post“ gespielt hat, weiß wie das vielleicht passieren konnte.