Die Katze im Sack kaufen

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Die Redewendung die Katze im Sack kaufen bedeutet, etwas zu kaufen, ohne sich vorher gründlich von dessen Zwecktauglichkeit und Qualität zu überzeugen, oder auch – etwas weiter gefasst – ungeprüft ein Risiko einzugehen sowie sich leichtsinnig und unüberlegt auf etwas einzulassen, ohne die Folgen abzuwägen.

Ihren Ursprung findet sie wie so viele Sprichwörter und Redensarten im Mittelalter: Damals wurde unaufmerksamen Kunden auf dem Markt statt des gewünschten Hasen oder Ferkels gelegentlich eine vergleichsweise wertlose Katze in den Sack gesteckt.

Katze oder Hase?

Die Redewendung lässt sich bereits in dem mittelniederdeutschen Volksbuch „Till Eulenspiegel“ zu Beginn des 16. Jahrhunderts finden, in dem eine Katze im Sack als Hase verkauft wird. Auf den mittelalterlichen Märkten wurde noch bis in die Neuzeit hinein mit lebendigen Tieren gehandelt. Diese wurden teilweise schon verkaufsfertig im Sack angeboten – also quasi als Ferkel to go. So konnte das Geschäft schnell abgeschlossen werden und der Käufer musste weder das Häschen unter den Arm klemmen noch das Tier à la Schweinchen Babe an einer Leine hinter sich her ziehen, sondern er konnte es im Sack gut nach Hause transportieren. Aus Angst, das Tier könne entwischen, oder auch aus blindem Vertrauen wurde der Sack nicht immer vor Ort geöffnet. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Überprüfte der Kunde den Inhalt nicht, konnte es ihm passieren, dass der Verkäufer ihm eine Katze statt der gewünschten Ware andrehte. Jene war allerdings wertlos. Er kaufte also eventuell die Katze im Sack.

Der Betrug nahm noch weitere Ausmaße an: Den Kunden wurden teilweise Katzen als bereits geschlachtete Kaninchen untergejubelt. Analog zu unserem Pferdefleischskandal kam es damals also zu einem Katzenfleischskandal. Dieser wurde auch publik gemacht und bekämpft, indem in so mancher Marktordnung zu lesen war: „Geschlachtete Kaninchen dürfen nur mit nicht abgezogenen Hinterläufen zum Verkauf angeboten werden.“ Da fragt man sich doch, wie viele Katzen damals als Hasenbraten verspeist wurden, weil ein Gutgläubiger die Katze im Sack gekauft hatte.

Die Redensart ist also eine Umschreibung davon, dass nicht immer das drin ist, was drauf steht oder behauptet wird. Wenn wir also heutzutage das Pferd in der Lasagne kaufen, kaufen wir eventuell auch sprichwörtlich die Katze im Sack.